„Die 90 Jahre sind mein Ziel“
Er läuft und läuft: Auch mit 87 Jahren trainiert der Springer Klaus Peschke regelmäßig.
VON ANNE BRINKMANN-THIES
Dreimal in der Woche schnürt sich der einstige Marathonläufer seine Laufschuhe und dreht seine Runde.
„Sechs, manchmal sogar zehn Kilometer sind es, die ich dann laufe“, berichtet Klaus Peschke, der vor wenigen Wochen beim Wisent-Run an den Start gegangen ist und dort sechs Kilometer zurückgelegt hat. Peschke war bei dieser Veranstaltung der älteste Teilnehmer.
Sein Geheimnis für seine Fitness: „Sport und Gartenarbeit“, sagt der 87-Jährige mit einem Lächeln. Gerade habe er die lange Hecke in seinem Garten geschnitten.
Sein nächstes Ziel hat der Springer bereits im Blick: „Ich möchte gerne mit meinem Enkel Justin den Marienburg-Halbmarathon laufen.“ Das haben die beiden Männer auch schon 2024 gemacht. Und Klaus Peschke denkt gerne an diese gemeinsame Erfahrung zurück. Dass sein Enkel ebenfalls so sportlich ist, freut ihn. Gerade ist der in Frankfurt lebende Justin von seiner Radtour zum Nordkap zurückgekehrt, mit Zwischenstopp bei seinen Großeltern Klaus und Dorothea Peschke.
Stolze 11 000 Kilometer hat Justin Peschke auf seiner 113 Tage dauernden Tour zurückgelegt und dabei acht Länder durchradelt. Seine Tour führte ihn entlang der Ostseeküste durch das Baltikum und Finnland bis zur äußersten Spitze Europas und zurück. Dabei machte er auch Station in der polnischen Stadt Kołobrzeg (Kolberg), der einstigen Heimat seines Opas. „Dort habe ich auch im Jahr 2025 meinen letzten Marathon gelaufen“, berichtet Klaus Peschke.
Rund 80 Marathons hat Klaus Peschke in seinem Leben absolviert. „Laufen ist für mich ein bisschen wie eine Sucht: Wenn man einmal angefangen hat, kann man nur noch schwer aufhören.“
Dabei hat er vergleichsweise spät mit diesem Sport angefangen: Begonnen habe er erst mit 40 Jahren, so Peschke. Ein Arbeitskollege habe ihn damals motiviert. Zu seinen besonderen Läufen zählt sicherlich ein Marathon im schweizerischen Davos, bei dem es bis auf eine Höhe von 2600 Metern ging. Auch die 85-jährige Dorothea Peschke ist früher Marathon gelaufen. „Heute unterstütze ich meinen Mann“, sagt sie. Und der freut sich: „Sie ist meine Trainerin.“ Und so läuft Klaus Peschke immer weiter: „Eigentlich wollte ich ja mit 85 Jahren mit dem Laufen aufhören. Aber jetzt habe ich die 90 Jahre im Blick“, sagt der agile Springer mit einem verschmitzten Lächeln. Es läuft eben ihm.

