Mit Hunden Leben retten

Tanja Plischke ist inzwischen Vorsitzende der Rettungshundestaffel Weserbergland. Hier mit ihrer sechs Jahre alten schwarzen Labrador-Hündin und dem einjährigen Labrador-Rüden. Die beiden Hunde tragen ihre Dienstkleidung.Foto: Voigtmann

Tanja Plischke ist inzwischen Vorsitzende der Rettungshundestaffel Weserbergland. Hier mit ihrer sechs Jahre alten schwarzen Labrador-Hündin und dem einjährigen Labrador-Rüden. Die beiden Hunde tragen ihre Dienstkleidung.Foto: Voigtmann

Die Rettungshundestaffel Weserbergland hat ihren Sitz in Bad Münder. Das ist einer der Gründe, aus denen Tanja Plischke aus Elze nach langem Suchen mit ihren beiden Labradoren, die sie gern als Suchhunde ausbilden lassen wollte, hier gelandet ist.

VON HORST VOIGTMANN

Bad Münder. Sie habe lange gesucht. „Bei uns in der Nähe gibt es keine Rettungshundestaffel. Im Internet bin ich dann auf Bad Münder gestoßen, das ist ungefähr 35 Minuten von hier entfernt.“

Zunächst habe sie sich dort im Oktober 2019 vorgestellt und drei Wochen später mit dem Schnuppertraining begonnen. Danach musste sie sich entscheiden, ob daraus eine Schnuppermitgliedschaft für ein halbes Jahr werden sollte, mit regelmäßiger Teilnahme an den Trainingseinheiten. Dann habe sie sich den ersten Hund gekauft, den sie zum Rettungshund ausbilden lassen wollte. „Bis zum vergangenen Jahr bin ich dann als ganz normales Mitglied mitgelaufen, habe meine Theorie- und Praxisarbeiten gemacht: Erste Hilfe für den Hund, Erste Hilfe für den Menschen. Auch ein Funklehrgang mit anschließender Prüfung war dabei. Dazu kamen diverse andere Lehrgänge, die mit Prüfungen verbunden waren.“

Auch ihre schwarze Labrador-Hündin habe diverse Prüfungen und schließlich die Hauptprüfung abgelegt. Man könne aber noch weitere Ausbildungsangebote annehmen und sich zur Zugführerin oder zum Zugführer sowie zur Sanitäterin oder zum Sanitäter ausbilden lassen. „Eine Frau aus unseren Reihen ist inzwischen geprüfte Therapiehund-Ausbilderin, ihre Hündin Brötchen ist in diesem Jahr zum zweiten Mal geprüft worden. Mit ihrer Hündin geht sie regelmäßig in ein Altenheim. Aber Brötchen ist derzeit auch in der Ausbildung zum Mantrailer und kann künftig dabei helfen, Einzelpersonen, die sich verlaufen haben, wiederzufinden.“ Während ein Mantrailer eine bestimmte Person suchen und finden soll, suchen Flächensuchhunde alles, was Mensch ist, und zeigen mit ihrem Bellen an, dass sie eine Person entdeckt haben. Sie attackieren die Person aber nicht.

Derzeit gehören 24 Hunde zur Rettungshundestaffel Weserbergland, die für Einsätze trainieren. Davon sind zehn Flächensuchhunde und ein Trümmerhund bis Ende 2026 trainiert. Natürlich gehört auch Brötchen als Therapiehund dazu. 14 Hunde sind derzeit in Ausbildung, davon sieben als Mantrailer und ebenfalls sieben als Flächensuchhunde. Davon werden im Herbst wohl zwei ihre Hauptprüfung ablegen.

„Wir haben 30 Aktive im Training, von denen 18 einsatzgeprüfte Suchtrupphelfer sind. Man braucht pro Hund immer einen Hundeführer und einen Suchtrupphelfer. Wir gehen immer zu dritt in den Wald. Der Suchtrupphelfer ist zuständig für die Karte, den Kompass und die Orientierung und stellt die Kommunikation mit der Einsatzleitung sicher. Die Funkausbildung muss auch jeder bei uns haben.“ Gelegentlich kann es Einsätze geben, die nicht geplant sind. Anfang Juni gab es für Tanja Plischke einen Einsatz über die App auf dem Handy, und das mitten in der Nacht. „Wir wurden zu einem Punkt in Holzminden gerufen. Ein Suchtrupphelfer von der Feuerwehr stand uns zur Verfügung. Von unserer Staffel waren drei Hunde und drei Personen anwesend.“ Gegen 8.30 Uhr hatten sie das Gebiet abgesucht. Gegen 10 Uhr waren sie wieder zu Hause. Am Vormittag kam dann die Information, dass die Person, eine ältere Dame, unterkühlt, aber gesund gefunden wurde. Gelegentlich seien es auch suizidgefährdete Menschen, nach denen gesucht werden müsse, Kinder oder demente Personen.