Tod nicht als Tabu
Im Plenum kommen die Drittklässler der Bennigser Grundschule mit den Ehrenamtlichen für Lieder und Gespräche zusammen.
Projektwoche von „Hospiz macht Schule“ in der Bennigser Grundschule: „Wir haben uns mit den Schülerinnen und Schülern in Kleingruppen getroffen oder sind im Plenum zusammengekommen“, berichtete Jens Laugesen. Dabei gab es verschiedene Rituale, etwa gemeinsames Singen oder das Knüpfen eines gemeinsamen Bandes.
VON ANNE BRINKMANN-THIES
Laugesen gehört zu jenen acht Ehrenamtlichen, die das Projekt betreut haben. Sie sind alle ausgebildete Sterbebegleiter, einige auch Trauerbegleiter, und haben sich mit den Drittklässlern fünf Tage lang intensiv einem Thema gewidmet, das vielfach ein Tabu ist: dem Tod. „Über das Thema Tod spricht kaum jemand“, so Laugesen.
Und: „Kinder sind besonders offen für dieses Thema“, ergänzte Babsi Hartmann. Oft würden die Kinder aber bei Beerdigungen – etwa beim Tod von Großeltern – von diesem Abschied von einem Gestorbenen ausgeschlossen.
„Wir möchten diese Tabuisierung aufbrechen“, erklärte sie. Im Laufe der Projektwoche haben die Kinder viel über Trauer und gegenseitiges Trostspenden erfahren. Nach dem Schauen eines eindrucksvollen Films („Checker Toby“) hätten sich einige Kinder tröstend in den Arm genommen.
Denn auch Empathie zu zeigen, sei Bestandteil der Projektwoche gewesen, so Hartmann. Dass die Kinder das Thema nun auch ins Elternhaus tragen, sei gut und wichtig, findet sie. Und auch dem Thema Krankheit haben sich die Drittklässler mit Anleitung und Unterstützung der Ehrenamtlichen angenähert. So etwa mit der Frage: „Was tut mir gut, wenn ich selbst krank bin?“ Pantomimisches Spiel gehörte hier ebenso zur Beschäftigung mit dem Thema wie etwas vorzulesen oder auch von eigenen Erfahrungen zu erzählen. Alles auf freiwilliger Basis natürlich.
Der Projektwoche vorausgegangen war ein Elternabend, berichtete Laugesen. Der Hospizverein war mit seinem Angebot bereits mehrfach zu Gast in der Bennigser Grundschule. Und stets endet eine solche Woche mit einem gemeinsamen Fest, zu dem auch die Eltern und Großeltern der Drittklässler willkommen waren. So auch diesmal.
Ein Dank ging an die Ehrenamtlichen Jens Laugesen, Manuela Schwickert, Gisa Woltmann, Gunda Krafft, Gertje Sesterhen, Gabriele Masche, Barbara Schnabel und Babsi Hartmann.
„Wir als Hospizverein sind sehr glücklich und dankbar, Ehrenamtliche zu haben, die dieses Projekt tragen und sich immer wieder den Herausforderungen stellen, sich die Zeit nehmen und auch die Vorbereitungen und Evaluierungen zusammen mit uns Koordinatorinnen gestalten“, erklärten die Koordinatorinnen Stephanie Wendt und Susanne Suck.

