Ortsgeschichte lebendig halten
Die Pflege des Beetes rund um das RvB-Denkmal auf dem Vorplatz des Bahnhofsgebäudes ist für die Vereinsmitglieder selbstverständlich (gr. Bild). Udo Herrmann steht dem Verein vor (kl. Bild).
Kultur, Geselligkeit und Heimatpflege: Der Rudolf-von-Bennigsen-Förderverein ist breit aufgestellt. Und: Seine Räume in der RvB-Bahnhofshalle können auch Nichtmitglieder nutzen. Diese Räume haben sich zu einem soziokulturellen Mehrzweckraum entwickelt – hier treffen sich Gruppen, Workshops können stattfinden.
VON ANNE BRINKMANN-THIES
Die Fotogruppe Bennigsen ebenso wie die Spielegruppe der Springer Landfrauen oder der Sozialverband sind in dem historischen Gebäude im Herzen von Bennigsen – gegen einen kleinen Obolus – regelmäßig zu Gast. „Wir bieten hier die Rahmenbedingungen für eine vielfältige Nutzung“, sagt RvB-Vorsitzender Udo Herrmann. In den vom Verein renovierten und neu möblierten Räumen können die Gruppen zusammenkommen. Der rund 40 Mitglieder zählende Verein stockt die Ausstattung der einstigen Bahnhofshalle, die später als RvB-Bibliothek genutzt wurde, immer weiter auf. So wurde im vergangenen Jahr ein Samsung-Monitor gekauft, ebenso wie Stehtische und Bilderrahmen samt Galerieschienen – für historische Bilder von Bennigsen. „Mit der Nutzungsmöglichkeit dieser Räume für Bennigser Vereine und Organisationen leisten wir einen nicht unwesentlichen Beitrag im Rahmen des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes der Stadt Springe“, stellte Herrmann auf der jüngsten Mitgliederversammlung in seinem Geschäftsbericht fest.
Im vergangenen Jahr gab es 77 Buchungen. Für 2026 liegen dem Vorstand bereits 36 Buchungen vor.
Viele Ideen gibt es auch für weitere Angebote des RvB-Vereins für Mitglieder und Gäste. Neben traditionellen Lesungen, einem „White Lunch“ auf dem RvB-Platz am 5. September, Vorlesenachmittagen für die Jüngsten und geselligen Veranstaltungen wie etwa Boßeln denken die Mitglieder bereits weiter. So ist eine Beteiligung am „Tag des offenen Denkmals“ ebenso angedacht wie ein Format, in dem Interessierten – insbesondere Neubürgern – Wissenswertes über den Süllbergort berichtet wird.
In die Vergangenheit eingetaucht sind bereits zahlreiche Gäste, die an einer dreigeteilten Präsentation historischer Fotos teilgenommen haben. Der große Fundus an Aufnahmen aus Bennigsens Vergangenheit – gut geordnet – wurde dem Verein dankenswerterweise zur Verfügung gestellt, so der Vorsitzende. Und so ist es nicht nur die Archivierung erarbeiteter historischer Kenntnisse über das politische Wirken Rudolf von Bennigsens: Auch Fotos und weitere museale Dokumente zur Geschichte Bennigsens werden und sollen im Verein gesammelt werden.
Die Geschichte des Ortes zu bewahren, hat sich der Verein zu einer Herzensangelegenheit gemacht. Und so soll ein Arbeitskreis gebildet werden, auch unter Beteiligung des Bennigser Ortsrats, um Bilder, Dokumente, aber auch die eigenen Erfahrungen alteingesessener Bennigser zu sammeln und aufzubereiten. „In diesem Arbeitskreis kann jeder mitmachen, der sich dafür engagieren möchte“, sagt Herrmann. Erste Interessierte gebe es bereits.

