Bewährtes und neue Ideen
Ein gutes Team: Die Koordinatorinnen Susanne Suck und Stephanie Wendt. Fotos: br/Hospizverein
Mitten im Leben stehen und sich anderen Menschen zuwenden – mit ihren jeweiligen, ganz individuellen Bedürfnissen rund um Verlust, Trauer und Sterben: Der gemeinsame Verein Hospizarbeit Springe leistet wertvolle Arbeit für andere. Und das ganz ohne Kosten.
VON ANNE BRINKMANN-THIES
Die Koordinatorinnen Stephanie Wendt und Susanne Suck setzen derzeit Ideen um, die auch aus den Reihen der Ehrenamtlichen stammen und von ihnen getragen werden. So wie etwa das Trauercafé, das am morgigen Sonntag nach längerer Pause einen Neustart erlebt. In der Zeit von 15.30 bis 17 Uhr sind Trauernde, die den Verlust eines geliebten Menschen beklagen, eingeladen, sich bei Kaffee und Kuchen in einem geschützten Rahmen mit anderen Betroffenen in den Räumen des Hospizvereins, An der Bleiche 14a, über ihre Erfahrungen, Gedanken und Gefühle auszutauschen oder einfach miteinander in Kontakt zu kommen. Begleitet wird das Angebot von ausgebildeten und erfahrenen Trauerbegleiterinnen und -begleitern. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Allein elf Ehrenamtliche haben 2024 eine Ausbildung als Trauerbegleiter gemacht. „Aus diesen Kursen haben sich Konzeptgruppen für neue Angebote entwickelt“, berichtet Stephanie Wendt. Sie arbeitet seit drei Jahren als Koordinatorin für den Hospizverein. Susanne Suck ist seit knapp einem Jahr die zweite Frau in diesem Duo. „Wir sind ein kleines Team und können und wollen für den Verein Positives bewirken.“
Neue Angebote beschränken sich aber nicht nur auf das Trauercafé. So findet am 21. Januar von 18.30 bis 20 Uhr im Hospizbüro der sogenannte Begegnungsraum „ASAM“ für Trauernde statt. ASAM steht für Achtsamkeit, Singen, Atmung und Meditation. Im geschützten Raum lassen sich Teilnehmer mit Unterstützung der Begleiter auf sich selbst ein und stellen sich die Frage: „Wie kann ich auch in der Trauer mit meinem Inneren und dem Außen kommunizieren?“ Auch Stuhl-Yoga gehört zu dem Spektrum neuer Angebote, ebenso wie der „Notfallkoffer für Trauernde“.
Seit mehreren Jahren führen engagierte Ehrenamtliche an der Bennigser sowie an der Grundschule in Eimbeckhausen das Projekt „Hospiz macht Schule“ nach einem speziell entwickelten Curriculum und individuell angepasst durch. Dabei begleitet ein Team von sechs bis sieben Ehrenamtlichen jeweils eine Schulklasse. Die Kinder werden für die Projektwoche in Kleingruppen betreut, sodass eine intensive und individuelle Begleitung möglich ist. „Hut ab insbesondere auch für diese Arbeit der Ehrenamtlichen“, dankt Suck für diesen Einsatz. An der Pflegeschule der BBS Springe sowie an der IGS stellt sich der Verein mit seiner Arbeit vor. „Viele Schüler – obgleich sie schon mit dem Thema Tod und Trauer in Berührung gekommen sind – sind sehr erstaunt, dass es uns als Verein gibt“, so Wendt.
Gerne möchten die Koordinatorinnen die Arbeit der Ehrenamtlichen – besonders auch im Bereich der Sterbebegleitung – noch bekannter machen. „Aus dem privaten Bereich bekommen wir eher wenig Anfragen“, berichtet Wendt. Diese kommen zumeist über die Palliativstützpunkte Hameln und Barsinghausen oder von den Pflegeheimen, manchmal auch von Hausärzten. „Wir haben aber durchaus noch Kapazitäten“, sagt Suck. Der erste Kontakt für eine Sterbebegleitung obliegt den beiden Koordinatorinnen. „Wir schauen dann, wer zu wem passt“, sagt Wendt. Es erfordere durchaus Mut, biete aber auch große Chancen, wenn sich Sterbende oder Schwerkranke einem Menschen öffnen, der ihnen bis dahin unbekannt war.
Die Ehrenamtlichen – der Verein zählt rund 55 Aktive – werden regelmäßig intern fortgebildet, berichtet das Koordinatorinnen-Duo. Zudem gibt es monatlich stattfindende Treffen, bei denen sich die Teilnehmer austauschen. Drei- bis viermal pro Jahr findet zudem eine Supervision statt. „Das Wir-Gefühl unserer ehrenamtlich Engagierten zu stärken, ist in diesem Jahr unser Anliegen“, so Suck und Wendt. Und sie machen noch einmal ihre Wertschätzung deutlich. Denn alles passiert in der freien Zeit der Ehrenamtlichen. Auch für die neu installierten Angebote brauche es Kapazitäten, so die Koordinatorinnen. Und das erklärte Ziel ist zudem: „Wir möchten den Hospizverein noch bekannter machen.“ Froh sind sie auch über die gute Zusammenarbeit mit dem – ausschließlich weiblichen – Vorstandsteam. Viel Frauenpower also beim Springer Hospizverein.
Weitere Infos und alle aktuellen Termine gibt es unter www.hospizspringe.de

