Vorfreude auf Weihnachten

Ganz individuell können die Gastgeber „ihren“ Abend beim Lebendigen Adventskalender gestalten: Hier hatte die Familie eines Mitglied des Springer Posaunenchors geladen. Und der Posaunenchor sorgte für stimmungsvolle Momente. Fotos: Prvat

Ganz individuell können die Gastgeber „ihren“ Abend beim Lebendigen Adventskalender gestalten: Hier hatte die Familie eines Mitglied des Springer Posaunenchors geladen. Und der Posaunenchor sorgte für stimmungsvolle Momente. Fotos: Prvat

Seit 13 Jahren gehört der Lebendige Adventskalender in Bennigsen zu der vorweihnachtlichen Möglichkeit, sich bei Gastgebern für eine stimmungsvolle halbe Stunde im Freien zu treffen und auf die Weihnachtstage einzustimmen. Organisiert wird dieses Angebot im Ort von Maren Häusler.

VON ANNE BRINKMANN-THIES

Sie hat den Lebendigen Adventskalender damals gemeinsam mit einer Freundin initiiert. Wer Lust hat, kann sich noch als Gastgeber anmelden, es gibt noch einige freie Termine. Dass Traditionen und Feste in einem Ort das „Wir-Gefühl“ stärken, davon ist die Mutter zweier Töchter fest überzeugt. „Ich wünsche mir, dass wir offen aufeinander zugehen“, sagt Häusler. So wie bei den lockeren Zusammenkünften im Advent – bei einem Glas Tee oder Glühwein, Keksen und Liedern oder Gedichten. „Für mich ist das inzwischen meine persönliche Friedensarbeit in und für unser Dorf.“

Als sie mit ihrer Familie damals frisch nach Bennigsen gezogen war, brachte sie diese Idee, die sie in Alt-Laatzen kennengelernt hatte, zusammen mit einer Freundin in ihren neuen Heimatort. „Menschen zusammenbringen, gemeinsam Advent feiern und aktiv zum Dorfleben beitragen, das war unser Ziel“, sagt Häusler. Beim damaligen evangelischen Pastor Harald Lemke stießen die beiden Frauen sofort auf offene Ohren. Inzwischen habe sie ehrlicherweise schon überlegt, diese Aufgabe in jüngere Hände zu geben – auch um neue Gastgeber- und Teilnehmerkreise zu erschließen.

enn die Beteiligung sei im Laufe der Jahre gesunken, erzählt sie. Gefunden habe sich aber niemand. Sie entschloss sich weiterzumachen, bevor das schöne Projekt wieder einschläft. „Sehr viel Arbeit macht es tatsächlich nicht – und man bekommt mit dem Dank der Menschen sehr viel mehr zurück“, erzählt die Bennigserin.

Die Idee des Lebendigen Adventskalenders ist die: Jeden Abend wird ein symbolisches Fenster geöffnet, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lauschen beim jeweiligen Gastgeber einer Geschichte, singen zusammen Lieder und tauschen sich im Anschluss bei einem Tee oder Glühwein aus – jeder Gastgeber kann das 20 bis 30 Minuten dauernde Programm so gestalten, wie er möchte. „Es gab auch schon kleine Theaterstücke, Musikbeiträge, Diashows. Und auch ganz kreativ geschmückte Fenster konnten wir schon bestaunen“, erzählt Häusler.

Die Zusammenkunft findet stets im Freien statt – gerne mit der Möglichkeit einer Überdachung, falls es schneit oder regnet. Jeder sei eingeladen teilzunehmen – egal ob als Gastgeber oder Besucher. Meistens organisieren Einzelpersonen die Abende, aber auch Straßengemeinschaften, Geschäftsleute, beide Kirchen, die Diakonie Himmelsthür, der Kleingartenverein oder auch die neue Seniorenresidenz im Ort sind und waren schon Gastgeber. Das Schöne und gleichzeitig die Idee bei diesen Treffen: „Man lernt neue Bennigser kennen, mit denen man wahrscheinlich im Alltag gar nicht in Kontakt gekommen wäre – das trägt zum gemeinsamen Verständnis, zum Zusammenhalt und zur Neugier aufeinander bei. Und alle eint die gemeinsame Vorfreude und die besondere Stimmung der Adventszeit“, freut sich Häusler auch in diesem Jahr auf diese Tradition im Ort.

Gerne können sich noch Gastgeber melden: Freie Termine – alle im Dezember - sind : 2., 3., 8., 9., 11., 18., und 23. Anmeldungen bis zum 24. November sind möglich bei bei Maren Häusler unter Tel. 05045/ 9110599. Auch in anderen Stadtteilen gibt es den Lebendigen Adventskalender, teils werden auch noch Gastgeber gesucht. In Altenhagen I organisiert ihn der DRK-Ortsverein. Altenhägener, die dabei Gastgeber sein möchten, melden sich bei Jutta Pelz, 05041/2187 an.