„Briefe gegen die Einsamkeit“
Jutta Rustemeyer (linls) und Ulla Preen möchten mit ihrer Aktion einsame Menschen erfreuen. Foto: Brinkmann-Thies
Menschen, die sich einsam fühlen, in der dunklen Jahreszeit und besonders vor Weihnachten eine kleine Freude zu bereiten: Dieses Ziel verfolgt die Aktion „Briefe gegen die Einsamkeit“, die die Hemmingerin Jutta Rustemeyer vor fünf Jahren ins Leben gerufen hat.
VON ANNE BRINKMANN-THIES
In diesem Jahr installiert auch die Springerin Ulla Preen diese Aktion in ihrer Heimatstadt: Kita-Kinder, Schülerinnen und Schüler und Erwachsene können mit einer kleinen Botschaft, einem lieben Weihnachtsgruß oder einem Bild einem anderen Menschen eine Freude bereiten.
„Es ist so traurig, wenn Menschen niemanden mehr in ihrer Umgebung haben und sich alleine und einsam fühlen“, sagt Preen. Deshalb möchte sie die Aktion auch nach Springe tragen und zugleich die Arbeit von Rustemeyer auch in Hemmingen tatkräftig unterstützen. Es sind wohl mehr als 6000 Briefe, die die Hemmingerin längst über die Stadtgrenzen hinaus in den letzten Jahren an Pflegeeinrichtungen, Hospiz und ambulante Pflegeeinrichtungen verteilt hat.
Immer wieder hatte sie auch engagierte Helfer. Nun mit Ulla Preen eine Frau gefunden zu haben, die sie auch in verschiedenen Bereichen unterstützen will, freut Rustemeyer sehr. Sie hofft zudem auf weitere helfende Hände. Es habe sie unglaublich beeindruckt, als sie von der Arbeit der Hemmingerin gehört habe, berichtet Ulla Preen.
Und genau gewusst: Die „Briefe gegen die Einsamkeit“ sollen auch im Springer Stadtgebiet für kleine Überraschungen und Freude sorgen. Es müssen gar nicht viele Worte sein, die einem anderen Menschen eine Freude bereiten sollen, so die Organisatoren. Der Brief könne beispielsweise auch die Abschrift einiger Gedichtzeilen beinhalten oder einen interessanten Zeitungsartikel. Auch ein selbst gemaltes Bild, ein schönes Foto oder eine kleine Bastelei können Zuwendung bedeuten.
„Die Ideen sind sehr vielfältig“, weiß Rustemeyer. Von den Pflegeeinrichtungen und -diensten wisse sie, dass auch an Demenz erkrankte Menschen für visuelle Botschaften – etwa ein gebastelter Stern – empfänglich seien.
Sie bringt etwa zu je einem Drittel Gemaltes oder Gebasteltes aus Kindergärten, kurze Texte von Schülern und längere von Erwachsenen zu den Einrichtungen und Diensten. Dort wisse man genau, welche Bewohner und Kunden sich über welche Grußform besonders freuten. Viele, die einen Brief schreiben, verwenden übrigens Anreden, auch wenn der Adressat natürlich nicht bekannt ist.
Sie schreiben dann zum Beispiel „Lieber, liebe Unbekannte(r)“ oder „liebe, lieber Briefempfänger(in)“, erzählt Rustemeyer. In den stillen Tagen des Novembers und in der Vorweihnachtszeit seien viele Menschen sensibilisiert dafür, andere mit einem Gruß oder einer zugewandten Botschaft zu beschenken, weiß Rustemeyer. Die jeweiligen Briefe sollten nicht verschlossen werden.
Die Mitarbeiter in den Einrichtungen, Hospizen oder ambulanten Pflegediensten können dann sehen, für wen welche Post geeignet ist. Preen hofft nun nicht nur auf eine rege Teilnahme von Kitas, Schulen und vielen Springerinnen und Springern, sondern auch auf die Pflegeeinrichtungen und -dienste im Springer Stadtgebiet, die sich über die weihnachtliche Post für ihre Bewohner und Kunden freuen und sie vor Ort entsprechend verteilen.
Die fertigen Briefe können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Stadtbibliothek Springe in der Bahnhofsstraße abgeben.
Von dort werden die gesammelten Briefe abgeholt und an die Leitungen von Altenheimen und ambulanten Pflegediensten weitergeleitet.
Die Briefe sollen bis zum 1. Dezember in der Stadtbibliothek abgegeben werden. Wer Rückfrage hat oder Interesse am Erhalt von Briefen, meldet sich Ulla Preen unter ul.pr@t-online.de

