Hannover Brass stets willkommen

Thomas Eickhoff ist Dirigent und musikalischer Leiter des Ensembles und moderiert auf launige Art. Foto: VOIGTMANN

Thomas Eickhoff ist Dirigent und musikalischer Leiter des Ensembles und moderiert auf launige Art. Foto: VOIGTMANN

Im Altarraum der Johanneskirche lassen die Notenpulte schon die ungefähre Größe des Ensembles erkennen. Das Publikum in Völksen scheint gute Erinnerungen an das Konzert vor etwa zwei Jahren zu haben und ist deshalb zahlreich erschienen. Kurz vor Beginn der letzten Veranstaltung dieser Saison in der Reihe „Konzerte im Kirchgarten“ sind fast alle Sitzplätze in der Kirche belegt.

VON HORST VOIGTMANN

Mehr als zehn Musiker werden es sein, haben die Notenpulte verraten. Und tatsächlich: Um 17 Uhr erscheinen elf Bläser mit ihren blank geputzten Instrumenten. Drei Musiker und eine Musikerin haben ihre Trompeten, Flügelhörner und Hoch-B-Trompeten für die ganz hohen Töne dabei, zwei Waldhörner sorgen für satten Klang. Ein Euphonium und eine Basstuba sorgen gemeinsam mit den Posaunen für die tiefen Töne.

Thomas Eickhoff steht als Dirigent dafür ein, dass die Einsätze im rechten Augenblick klappen und die Musiker sich im gleichen Tempo durch die Partitur bewegen. Eickhoff ist nicht von Anfang an Leiter des Ensembles gewesen. Anfangs war Gerhard Zolnhofer, Posaunist der NDR Radiophilharmonie, der Leiter des Blechbläserensembles. Eickhoff übernahm nach fünf Jahren die musikalische Leitung. „Unser Ensemble besteht aus Profis und Semiprofis. Einige unterrichten an Musikschulen, aus dem Polizeiorchester Hannover sind Musiker dabei, aber wir haben auch Menschen aus anderen Berufen dabei, die das als Hobby betreiben“, erzählt Eickhoff.

Notenmaterial für reine Bläserensembles gibt es sicher, aber nicht unbedingt für die Stücke, die ein solches Ensemble vielleicht vorbereiten möchte. „Wir greifen auf vorhandene Arrangements zurück, aber wenn die nicht vorhanden sind, können wir die Noten auch umschreiben. Heute zum Beispiel wird ein Stück erklingen, das Komponisten, die mit Hannover zu tun haben, mit ihrer Musik präsentieren. Der irische Komponist Christopher John Day hat dieses Arrangement zusammengestellt“, klärt der musikalische Leiter auf. Da erklinge zum Beispiel Musik des Hofkapellmeisters Agostino Steffani und von Georg Friedrich Händel. Die Melodie eines Songs der Gruppe „Fury In The Slaughterhouse“ komme genauso vor wie „Wind of Change“ der Scorpions.

Proben sind natürlich unerlässlich, wenn es um Auftritte geht. „Wir versuchen, uns mindestens ein- bis zweimal im Monat zu den Proben zu treffen. Üben müssen die Musikerinnen und Musiker zu Hause. Stehen keine Termine an, dann sehen wir uns etwas seltener, denn wir sind alle ja auch beruflich noch eingespannt“, sagt Eickhoff.

Das Konzert in Völksen bekommt seinen besonderen Reiz durch die Teilnahme zweier Mitglieder der Percussion-Gruppe Langenhagen. Vater und Sohn sind mit Pauken und Trommeln, einem kompletten Schlagzeug, zur Unterstützung der Bläser anlässlich des Jubiläums nach Völksen gekommen. Zu hören waren am Anfang unter anderem einige Tänze, für die Michael Praetorius (1571–1621) die Noten geschrieben hat, die Ouvertüre zur Oper „Aida“ von Giuseppe Verdi (1813–1901) sowie ein Tango. Das erste Stück nach der Pause widmete Dirigent Thomas Eickhoff einer Zuhörerin des Konzertes, die sich trotz ihres 97. Geburtstages nicht hat nehmen lassen, dieses Konzert zu genießen. Als das letzte Stück verklungen ist, sind die Musiker natürlich bereit, die obligatorische Zugabe zu geben: „Puttin‘ On The Ritz“ gefällt dem Publikum, bei dem man förmlich Fred Astaires Stepptanz vor dem inneren Auge hat. Mit dem Gospel „Swing Low, Sweet Chariot“ geht das Jubiläumskonzert zu Ende.