Musikalisch bereichert in Barcelona

Bereichert auf vielen Ebenen fühlt sich Fiene Dettenborn (2.v.l.) dank neuer Freunde. Das Bild zeigt sie nach einem Weihnachtskonzert in einem Altenheim in Barcelona. Fotos: Privat/ Teresa Rimac

Bereichert auf vielen Ebenen fühlt sich Fiene Dettenborn (2.v.l.) dank neuer Freunde. Das Bild zeigt sie nach einem Weihnachtskonzert in einem Altenheim in Barcelona. Fotos: Privat/ Teresa Rimac

Barcelona also: Fiene Dettenborn, Enkeltochter der Gestorferin Magdalene Döling, hat ihren Traum wahr gemacht. Die Geigerin und Studentin der Musikhochschule Hannover ist für ein Erasmus-Jahr nach Spanien gegangen. In einigen Wochen kehrt sie zurück.

VON ANNE BRINKMANN-THIES

Mit vielen positiven Eindrücken und einem Programm für die von ihrer Familie seit vielen Jahren organisierte Gestorfer Sommermusik – inspiriert durch ihren Aufenthalt in Barcelona. London oder Barcelona? Vor dieser Entscheidung stand die 25-Jährige vor rund einem Jahr. Womöglich, erzählt Fiene Dettenborn am Telefon, wäre London für sie als Musikerin in ihrem Lebenslauf vorteilhafter gewesen. „Aber irgendetwas in mir hat gesagt, Barcelona zu wählen.“ Und das sei rückblickend genau die richtige Entscheidung gewesen. „Hier bin ich auf vielen Ebenen sehr bereichert worden, auch musikalisch“, erzählt die Hannoveranerin. An der Uni Escola Superior de Música de Catalunya (ESMuC) und im Austausch mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen habe sie einen Zugang zu Volksmusik im besten Sinne bekommen. „Ich finde es so interessant, zu sehen, welchen Stellenwert Volksmusik in anderen Kulturen hat.“ Das habe sie „sehr berührt und fasziniert“. Und so prägt auch das Programm der Gestorfer Sommermusik, die am 31. August in der Gestorfer Kirche erklingt, das Thema Volksmusik. Erklingen werden Dimitri Schostakowitschs Streichquartett Nr. 4, das er inspiriert von jüdischer Volksmusik komponiert hat. Alexander Borodins Streichtrio in G-Moll basiert auf liedhaftem Volksgut aus Russland.

Zudem werden Spanische Boleros und Eigenkompositionen von Maria Schøien Godø und Amalie Leirvik. Die beiden sind Freundinnen von Fiene Dettenborn, die sie in Barcelona kennengelernt hat. Mit dabei sein bei diesem Konzert wird – wenn auch nicht mehr aktiv – die 91-jährige Magdalene Döling. Vor drei Jahren hat sie die Organisation der Gestorfer Sommermusik in die Hände ihrer Enkeltöchter Fiene und ihrer Schwester Mae gelegt, die Operngesang studiert hat und inzwischen an der Oper in Essen arbeitet. Deshalb kann sie diesmal auch nicht an der Gestaltung des Konzerts in der Gestorfer Kirche mitwirken. Ohne ihre Oma würde das Konzert aber nicht stattfinden. „Meine Oma ist das Allerwichtigste“, sagt Fiene Dettenborn.

Die 91-jährige Querflötistin Magdalene Döling hat vier Söhne und zwölf Enkel. Vor 40 Jahren hat Dölings verstorbener Mann Waldemar – er war Professor für Cembalo und Schlagzeug – die Gestorfer Sommermusik ins Leben gerufen. Nach seinem Tod übernahm Magdalene Döling bis zur Coronapause die Organisation der Konzerte in der Gestorfer Kirche.

Dass die Gestorfer Sommermusik unter der Regie ihre Enkelinnen Fiene und Mae wieder aufleben konnte, freut Döling ganz besonders.

Die Gestorfer Sommermusik am Sonntag, 31. August, beginnt um 18 Uhr in der Gestorfer Kirche. Der Eintritt ist frei. Zur Deckung der Kosten der Musizierenden wird um Spenden gebeten.