Über den Wolken...

Die Band für den Schlagergottesdienst (v.l.): Schlagzeugerin Annika Klose, Popkantor Marco Knichala, Sängerin Corinna Fiedler und Reiner Jaworski am E-Bass. Fotos: Voigtmann

Die Band für den Schlagergottesdienst (v.l.): Schlagzeugerin Annika Klose, Popkantor Marco Knichala, Sängerin Corinna Fiedler und Reiner Jaworski am E-Bass. Fotos: Voigtmann

Der Schlager ist weit davon entfernt, sich auf dem Abstellgleis zu befinden. Radiosender mit großer Publikumsbindung liefern zwischen den Nachrichtensendungen die leichte Ohrwurmmusik der Schlager. Und wie sich beim Gottesdienst in der Petri-Pauli-Kirche zeigt, können die Melodien von den Menschen problemlos mitgesungen werden.

VON HORST VOIGTMANN

Unterstützt werden sie dabei von der Band – bestehend aus Popkantor Marco Knichala am Keyboard, Reiner Jaworski am E-Bass, Schlagzeugerin Annika Klose und der klaren Stimme von Sängerin Corinna Fiedler. „Ohne dich schlaf ich heut Nacht nicht ein“, gesungen damals von der Band „Münchener Freiheit“, wird zu Beginn des Gottesdienstes angestimmt. Und fast alle singen mindestens den Refrain mit. Ebenso „Marmorstein und Eisen bricht“, wohl Drafi Deutschers größter Hit aus dem Jahre 1965.

Pastorin Barbara Daentzer macht deutlich, dass es nicht darauf ankomme, immer den richtigen Ton zu treffen, sondern Freude am Singen zu haben. „Schlager heißen sie, weil sie eingeschlagen sind, weil sie Hits geworden sind. Viele wollen gerne dazu tanzen, ob Sie die richtigen Schritte wählen oder nicht, das ist dabei egal“, sagt Pastorin Daentzer.

„Der Schlager hatte seine große Blütezeit in Deutschland in den Nachkriegsjahren. Texte und Melodien gaben der Sehnsucht der Menschen nach Glück und einem Heile-Welt-Gefühl Ausdruck. Und damit sind sie auch heute wieder aktuell und populär. Vieles gibt Anlass zur Sorge, und da ist es gut, sich eine Auszeit zu gönnen, das Radio anzumachen oder eine Schallplatte aufzulegen.“

Im Schlager geht es um ein „ICH“, das seine Beziehung zu einem „DU“ beschreibt, eine alte Form, die auch in den Psalmen zu finden sei. Marianne Rosenbergs Hit „Er gehört zu mir“ wird ebenso gesungen wie Reinhard Meys „Über den Wolken“.

Auf den ersten Blick gehe es im Schlager um den Partner, die Partnerin, sagt Kirchenvorsteher Björn Henkel, aber auf den zweiten Blick gehe es um Gott, auf den man sich immer verlassen könne: „Gott ist dein Freund und mein Freund, der immer an unserer Seite ist.“

Natürlich muss es auch noch mit Helene Fischer „Atemlos durch die Nacht“ gehen. Dabei beginnen auch erst einige wenige sich von den Bänken zu erheben und sich zur Musik zu bewegen, bevor sich immer mehr Frauen und Männer von den Plätzen erheben.

Doch dann wird es still, die Nachrichten aus dem Gemeindeleben werden verlesen und es wird Fürbitte gehalten. Als sich Barbara Daentzer bei Marco Knichala und seiner Band bedankt, brandet Applaus auf. Und die Band bedankt sich mit einem ordentlichen Schlag „Aber bitte mit Sahne“ aus Udo Jürgens Schlagerkiste.

Ankündigung: Kaum sind die Schlager in der Kirche verklungen, lädt die Petri-Pauli-Gemeinde zu einem weiteren Gottesdienst ein: Am Sonntag, 10. August, 18 Uhr, lädt Pastorin Barbara Daentzer mit ihrem Team zum Gottesdienst für Liebende ein. Neben berührenden Texten zum Thema „Be-Herzt“ und der persönlichen Segnung im Lichterherz werden die Singer-Songwriter Anna und KeJa für Stimmung sorgen. Wie jedes Jahr richtet sich dieser Gottesdienst an alle Liebenden – Singles, Paare, Freunde und Familien.