Kirche: Bald sind Wahlen

Im Frühjahr, am 10. März, sind die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinden wieder aufgerufen, die Kirchenvorstände zu wählen. Gabriele Rose gehört, obwohl sie inzwischen mit ihrem Mann in Springe wohnt, derzeit noch zum aktuellen Kirchenvorstand der Kirchengemeinde in Bennigsen und möchte auch weiterhin die Kirchenvorstandsarbeit dort unterstützen.

VON HORST VOIGTMANN

In vielen Kirchengemeinden ist es sehr schwer geworden, eine ausreichende Anzahl von Gemeindegliedern zu finden, die bereit sind, im Kirchenvorstand mitzuarbeiten.

„Wir haben unsere Kirchenmitgliedschaft in der Kirchengemeinde Bennigsen-Lüdersen fortgesetzt, seinerzeit, als wir nach Springe gezogen sind. Dadurch konnte ich auch im Kirchenvorstand bleiben, sonst hätte ich mein Amt dort aufgeben müssen“, sagt Rose.

Tatsächlich war anfangs befürchtet worden, dass nicht genügend Kandidatinnen und Kandidaten gefunden werden. Das stellte sich aber in einigen Gemeinden als Irrtum heraus. Insgesamt stehen in Bennigsen-Lüdersen jetzt acht Personen auf dem Wahlaufsatz, von denen nur drei dem Vorgängerkirchenvorstand angehörten. Es sei gelungen, Gemeindeglieder zu finden, die bereit sind, mitzuarbeiten. Die Mehrzahl seien Kandidatinnen, aber auch einige Männer waren bereit zu kandidieren, sagt Rose.

In den nächsten Wochen bekommen die Kirchenmitglieder ab einem Alter von 16 Jahren die Wahlbenachrichtigung. „Das besondere daran: die Landeskirche ist in der Gegenwart angekommen. Jeder Wahlberechtigte ist nämlich berechtigt, seine Stimme online abzugeben oder per Briefwahl abzustimmen. Aber natürlich ist in Bennigsen auch die Wahl am 10. März im Gemeindehaus möglich“, weiß Rose.

Über die Aufgaben der Mitglieder des Kirchenvorstandes weiß sie natürlich auch Bescheid. Der Kirchenvorstand führt gemeinsam mit dem Pfarramt die Kirchengemeinde. Die Mitglieder sind bei den monatlichen Kirchenvorstandssitzungen dabei.

Da geht es zum Beispiel um Verpachtungen von landwirtschaftlichen Nutzflächen, bauliche Maßnahmen, die Verabschiedung des Haushaltsplanes, die Ehrenamtlichen begleiten den Gottesdienst, übernehmen auch Lesungen und unterstützen das Pfarramt bei der Gestaltung des Gemeindelebens.

Gabriele Rose hat noch mehr Aufgaben übernommen. Sie gehört zur Kirchenkreissynode, ist Mitglied des Kirchenkreisvorstandes und ist in der ARGES, der Arbeitsgemeinschaft der Kirchenregion Springe, und leitet den Arbeitskreis der Regionalsynode für Kirchenmusik und Kultur. „Ich habe gemerkt: Die Vernetzung tut gut. Früher konnte man den Eindruck haben, dass die Kirchengemeinde allein auf einer einsamen Insel ist. Es mag sicher Kontakte zwischen den Gemeinden gegeben haben, aber ich habe es nicht erlebt.“ Inzwischen gibt es Regionalgottesdienste, was nicht zuletzt auch mit weniger Pfarrstellen zu tun hat.

Wie viel Sitzungen kommen da wohl zusammen, fragt man sich sicher. Gabriele Rose zählt sie auf – es schon ziemlich viele Termine, die sie für die Kirche und all die Dinge, die mit ihr zu tun haben, einsetzt. Wie gut, dass es Menschen gibt, die sich für das kirchliche Leben interessieren und ihre Kraft dafür zur Verfügung stellen.

Aber die Sitzungstermine sind längst nicht alles, denn Gabriele Rose fühlt sich auch für den Gemeindebrief im Bennigsen-Lüdersen und seit einiger Zeit auch für St. Andreas und St. Petrus in Springe verantwortlich. Und sie singt in zwei Kirchenchören im Kirchenkreis Laatzen-Springe. Langeweile kommt da nicht auf! Zumal bislang auch immer noch die Pfarrstelle in Bennigsen vakant ist, was weitere Arbeit mit sich bringt.

Mitte Februar erhalten alle Wahlberechtigten ihre Unterlagen für alle Wahlmöglichkeiten – natürlich auch zur Briefwahl und der persönlicher Stimmabgabe in einem Wahlraum der jeweiligen Kirchengemeinde.