Eine neue Plattform für Autoren

VON ANNE BRINKMANN-THIES

Springe. Die Lust am kreativen Schreiben verbindet sie – und doch hat jeder der derzeit drei Springer Wortart-Literaten seinen ganz individuellen Stil: Harald Peter Malz, Ursula Schulz-Debor und Dagmar Wieland treffen sich monatlich, um einander Texte vorzustellen. Sie gehen aber auch an die Öffentlichkeit, lesen etwa in der Stadtbibliothek, im Dorfkulturerbe in Altenhagen I und auch jenseits der Springer Stadtgrenzen. Nun bringen die drei Autoren ein neues Format an den Start: Am Freitag, 28. Februar, laden sie um 18.30 Uhr zu einer „Offenen Lesebühne“ in die Springer Stadtbibliothek ein.

Mit dieser Veranstaltung soll anderen Autoren eine Plattform geboten werden. „Wir möchten andere ermutigen, ihre literarischen Texte zu präsentieren“, sagt Schulz-Debor. Gelesen werden können Kurzgeschichten ebenso wie Essays oder Gedichte. Auch wer Texte eines anderen Schriftstellers lesen möchte, kann die Bühne nutzen. Nachdem die drei Gastgeber als Auftakt jeweils einen kurzen Text vorgelesen haben, ist jeder auf der Lesebühne willkommen. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Springer Bibliothek. Und willkommen sind natürlich alle Zuhörer, die sich an den literarischen Erzeugnissen erfreuen möchten. Dieses Format sei in der Kernstadt einzigartig, sagt Malz und sieht darin auch eine gute Motivation für andere Hobby-Literaten, sich einem Publikum zu präsentieren.

Zuhörer zu haben für die eigene Texte sei in der Regel sehr schön, so Schulz-Debor: Denn es sei wichtig, ein Auditorium zu haben – über die Grenzen der kleinen Gruppe hinausgehend. Sicherlich gebe es aber auch sehr persönlich Geschriebenes, das nur für die eigene Schublade gedacht sei, so die Springerin. Schulz-Debor schreibt Kurzgeschichten in Richtung Essay, das Sujet sind häufig zwischenmenschliche Beziehungen. Sie hat im Schweitzerhaus-Verlag in den Anthologien „Coaching“, „Seelenfeuer“ und „Alles anders“ je eine Kurzgeschichte veröffentlicht. Als Co-Autorin hat sie an dem Sachbuch „Konfliktsituationen im Krankenhaus“ mitgearbeitet.

Ein Faible für Märchen spiegelt sich in den Texten der ausgebildeten Märchenerzählerin Wieland wider: „Ich gewinne meine Ideen aus dem Alltagsleben“, sagt Wieland. Aber auch abenteuerlich muteten ihre Geschichten oft an, erklärt sie. Wieland schreibt auch, um ihre Gedanken zu strukturieren und die Welt – zumindest ansatzweise – zu verstehen, wie sie sagt.

Malz schreibt Lyrik, Satire und magische Geschichten, einen magischen Realismus nennt er das auch. Seine Texte wirkten am besten, wenn er sie selbst vorträgt, sagt er. Pointiert, die Ecken ausleuchtend, und wenn es sein muss, komödiantisch. Er ist ein Performer. Schon in jungen Jahren wirkte er in Hannover in der Theaterwerkstatt mit als Musiker und Texteschreiber. Früher schrieb er überwiegend Lyrik, ehe er zur Prosa kam. Er sei, so sagt er augenzwinkernd, der Begründer der Neuen Heimatliteratur. Seine Geschichten spielen häufig in der näheren Umgebung. „Ich mag es, über Lokales zu schreiben“. Auch Vorträge hat Malz schon verfasst – über Robert Gernhardt und Wilhelm Busch.

Malz, früher Mitglied beim Calenberger Autorenkreis, hat „Wortart – Springer Literaten“ im Jahr 2015 mitgegründet, im folgenden Jahr kam Schulz-Debor dazu.

Und seit nunmehr drei Jahren ist Wieland mit von der Partie. Neue Mitstreiter in der Gruppe sind sehr willkommen. Die Literaten treffen sich einmal im Monat im Café Lorey.

Die Offene Lesebühne geht am Freitag, 28. Februar, in der Springer Stadtbücherei erstmals an den Start. Weitere Termine sind am, 24. April, 28. August sowie am 2. Oktober. Beginn ist jeweils um 18.30 Uhr. Die Teilnahme ist unentgeltlich. Kontakt zu Wortart ist möglich unter wortart-springer-literaten.de.